|
Das Geständnis des Mitglieds eines bewaffneten Fatah-Zweiges in Nablus hat
neues Licht auf das Ausmaß von Palästinenserführer Yasser Arafats
Verwicklungen in den Terror geworfen. Der verdächtige Terrorist teilte bei
einem Verhör gegenüber der israelischen Sicherheitsbehörde mit, dass das
Geld, das er von Arafat erhalten hat, für den Erwerb von Waffen und für
die Ausführung von Schussüberfällen in der Westbank bestimmt gewesen sei.
Raaf Mansur stammt aus der Gegend von Nablus und wurde im Februar vor
einem Jahr von israelischen Soldaten festgenommen. Mansur war Leiter eines
Zweiges der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Fatah.
Seine Zelle war für Angriffe in der Gegend um Nablus und Jenin
verantwortlich. Briefe, die israelische Sicherheitskräfte in Mansurs Haus
konfiszierten, enthielten Bitten um Geld für bewaffnete Angriffe. Die
Briefe waren an Arafat adressiert. Mansur teilte bei dem Verhör mit, dass
er monatliche Zahlungen in Höhe von NIS 7.500 erhielt. Die Zahlungen
liefen bis zur Verhaftung Mansurs. Mansur erklärte, dass er das Geld durch
Abed al-Fatah Hameil erhalten hat. Hameil ist Arafats Finanzberater.
Mansur und Hameil trafen sich mehrere Male in Nablus. Mansur bereitete
eine Namensliste von Mitgliedern der Zelle vor. Nach Durchsicht der Liste
übergab Arafats Assistent die Gelder.
Hameil bestätigte, dass die Männer der Fatah-Partei Yasser Arafats
angehörten, und dass sie mit "militärischen Aktivitäten" zu tun hatten.
Außerdem half Hameil Mansurs Männern einige Male, Arbeit im PA-Apparat zu
bekommen. Mansur hat seine Verwicklung in Überfälle in der Westbank
gestanden, allerdings behauptete er, er habe dabei niemanden verletzt. Er
gestand auch, Männer zu Angriffen mit Molotowcocktails auf Fahrzeuge der
israelischen Armee und auf Siedler angeleitet zu haben. Außerdem sollen
Arafats Gelder für den Erwerb von Schusswaffen für Terrorzellen und für
andere Ausgaben, die mit bewaffneten Aktivitäten zu tun hatten, verwendet
worden sein. In Kürze wird vor einem Militärgericht Anklage gegen Mansur
erhoben werden. (Ha'aretz online)
|